Holger Zastrow

Holger Zastrow erklärt Kandidatur für den Dresdner Stadtrat – Mitstreiter gesucht

Liebe Freunde, 

viele haben mich seit meinem Austritt aus der FDP angeschrieben. Medien haben deutschlandweit berichtet. Es war überwältigend, fast schon beängstigend. Hunderte direkte Nachrichten haben mich über alle möglichen Kanäle erreicht. Auch wenn ich mir vorgenommen habe zu antworten, mutmaßlich wird es mir nicht gelingen. Es ist zu viel für jemanden, der Politik ehrenamtlich nebenbei macht. Die allermeisten Zuschriften sind ausgesprochen positiv und geben Rückhalt. (Danke noch mal dafür!!) Aber sehr viele fragen auch, wie es nun weitergeht.

Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Immer und immer wieder. Ich spüre eine tiefe Verantwortung und eine große Motivation, nicht einfach nur zu kritisieren und etwas hinzuschmeißen. Ich fühle mich in der Pflicht, neu anzugreifen, Menschen, die es ähnlich sehen, eine Stimme zu geben und bei den Wahlen in diesem Jahr etwas zu versuchen. Deshalb sage ich jetzt, dass es weitergeht. Dresden ist meine Heimatstadt. Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Hier lebe ich. Nie war ich lange fort. Sachsen ist meine Heimat, Ostdeutschland gehört mein Herz. In einem ersten Schritt habe ich mich heute entschieden, bei der Stadtratswahl in Dresden anzutreten – wenn ich genügend Mitstreiter und die nötige Unterstützung finde.

Ich habe nachgedacht, habe viele Gespräche geführt. Ich hatte etliche Angebote, mich bestehenden oder entstehenden Gruppen anzuschließen. Und es waren Angebote dabei, die meine Wertschätzung haben. Aber das bin nicht ich. Nach 30 Jahren FDP und die meiste Zeit davon in Verantwortung kann man nicht einfach so das Trikot wechseln. Das wäre nicht ehrlich. Ehrlich ist für mich nur ein Weg: Ich muss es selbst versuchen, mit einer neuen Idee und neuen Mitstreitern.Genau das mache ich jetzt.

Ich tue es, weil ich weit und breit kein politisches Angebot sehe, das konsequent freiheitlich ist, das sich an die ganz normalen Leute in der Mitte der Gesellschaft wendet, an die Anpacker und an die, die einfach machen wollen. Es gibt kein Angebot, das diesen immer übergriffiger werdenden Staat mit seiner unfassbaren Bürokratie, Langsamkeit und seiner Gängelei mit aller Kraft bekämpft genauso wie die Parteien, denen es nur noch um ihre eigenen Pfründe und Posten, um ihre Ideologien und ums Rechthaben geht, die sich in Ritualen und Symbolik ereifern anstatt sich zu kümmern und die echten Probleme der Leute zu lösen. Denen die Meinung der Bürger in Wahrheit völlig egal ist. Und weil es kein Angebot gibt, dass unsere Parlamente wieder repräsentativ machen will. Parlamente, in den gestandene Persönlichkeiten, die was gelernt und was geleistet haben, die das Leben kennen und unabhängig sind, das sagen haben.

Ich bin auch schon nicht mehr alleine. Erste Mitstreiter sind da. Die Gründung eines Vereines läuft. Die Suche nach Kandidaten, die zu uns passen, hat begonnen. Bis Mitte März wollen wir unsere Mannschaft aufstellen und danach in allen Wahlkreisen, Stadtbezirken und Ortschaften für eine Unterstützung werben.

Das wird nicht einfach. Denn man kann in Sachsen nicht einfach so bei einer Kommunalwahl antreten. Im Gegenteil: Umso niedriger die Ebene umso schwerer ist es. Sehr eigentümlich, aber praktisch ist eine Kandidatur zur Europawahl einfacher als zum Dresdner Stadtrat. Das gilt auch für mich. Obwohl ich seit 2004 im Stadtrat bin und bei den Wahlen 2019 die meisten Stimmen aller Kandidaten aller Parteien in Dresden erhielt. Da ich nicht mehr einer Partei angehöre oder einer bereits in den Stadtrat gewählten Wählervereinigung, muss ich mich ganz hinten anstellen. Auch so verteidigen die Etablierten ihre Privilegien, wie mir scheint. Es wird ein schwerer Weg. Aber er passt wahrscheinlich zu meinem Leben. Denn alles, was ich in meinem Leben geschafft und erreicht habe, war nie leicht und war und ist mit hohem Einsatz und Anstrengung verbunden.

Aber egal. Ich, wir sehen das als Ansporn: Dann erst recht! Dann sammeln wir eben Unterschriften und setzen auf die Hilfe vieler Dresdnerinnen und Dresdner.

Ab Mitte März werden wir also Unterschriften sammeln. Das Herausfordernde dabei wird sein, dass jeder, der unsere Listen unterstützt, seine Unterschrift nicht auf der Straße oder Online abgeben kann, sondern dazu extra ins Bürgeramt auf die Theaterstraße gehen muss und das quasi bis Ostern. Wie gesagt, es wird nicht einfach. Aber etwas in dieser Stadt zu verändern, ist auch nicht einfach. Ich setze auf die vielen, die eine Veränderung wollen und glauben, dass ich mit meinem Team und einem Wahlergebnis, dass stadtweit 15 Prozent ins Auge fasst, dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann.

Noch geht’s aber nicht um Unterschriften. Zuerst geht es um Mitstreiter und Kandidaten. Bitte schreiben Sie mir eine Mail (siehe Kontakt) oder verwenden Sie gern das Formular, wenn Sie dabei sein wollen, eine Idee haben oder unsere neue Bewegung unterstützen können. 

PS: Hin und wieder werde ich auch gefragt, warum ich nicht einfach als Einzelkandidat im Dresdner Norden antrete? Das würde ich ja sicher schaffen. Vielleicht. Aber es geht nicht darum, dass ich ein Mandat für mich schaffe. Als einzelner kann man zu wenig bewegen. Ich weiß das, weil ich in den letzten Jahre so oft gekämpft habe, viel Unterstützung in der Bürgerschaft hatte, aber meistens nicht im Stadtrat. Wenn ich etwas bewegen will, braucht es neue Mehrheiten im Dresdner Stadtrat und zwar fundamental neue Mehrheiten. Und Stadtratsmehrheiten, die endlich mal wieder die Mehrheit der Bürger in der Stadt repräsentieren. Das schaffe ich nicht allein. Das schafft man nur mit einem Team, nur zusammen.  

Dresden, 15. Februar 2024

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